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Eine bessere Welt ist machbar!

Fr, 19. Februar, 19 Uhr, Eine-Welt-Zentrum, Heimstättenstr. 24, FFB. Ein musikalischer Festabend: "Traditionelle und neue Volksmusik aus verschiedenen Ländern". Das Eine Welt Zentrum Fürstenfeldbruck e.V. lädt herzlich ein. Mehr dazu auf der Seite TERMINE.
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Aktueller Barometerstand: 17.000 Euro · Etappenziel: 50.000 Euro
Hier geht's zur Seite
SPENDENSAMMLUNG „Eine Berufsschule für Mädchen für das vom IS zerstörte Kobanê“
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MEDIKAMENTENSAMMLUNG - SOLIDARITÄT mit den MENSCHEN in GRIECHENLAND
Erste Sammelstellen in Fürstenfeldbruck:
• Hans-Jürgen Buber, Dachauerstr. 42, Tel.: 08141-5346873 oder 0171-6822801
• EINE-WELT-CAFÉ, Heimstättenstr. 24, DO+FR 17-19 Uhr
• Bürgerpavillon, Heimstättenstr. 24, ab 17. August, Tel.: 08141-224775; 0162-2491542
• Büro BRUCKER FORUM, St.-Bernhard-Kirche, St.-Bernhard-Str. 2, Tel.: 08141-44994
• Stadtbibliothek Aumühle, Bullachstraße 26, Mo-Fr 10-18 Uhr, Tel.: 08141-44923
Ausführliche Infos auf der Seite MEDIKAMENTENSAMMLUNG.
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Donnerstag, 4. Februar 2016
Sozialforums-Treffen

... am 13.2., um 10 Uhr, ab sofort im Bürgerpavillon, Heimstättenstraße 24, FFB. Aktuelle Viertelstunde; Kurzberichte aus Organisationen und Projektgruppen; Vernetzung: Wie sieht es mit unserer Vernetzung aus? Wie können wir die Zusammenarbeit verbessern? Wer fehlt noch in unseren Reihen? Wir wollen das Treffen diesmal um 12 Uhr beenden, da wir anschließend nach München auf die Anti-SIKO-Demo fahren. Wer fährt mit? (www.muenchner-friedensbuendnis.de/node/1140). Wir freuen uns über feine kleine Mitbringsel für ein spätes Frühstück. Kaffee und Tee kann im Bürgerpavillon zubereitet werden.

Dienstag, 26. Januar 2016
Wer vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch von Fluchtursachen schweigen

Ein außerordentlich bemerkenswertes Interview mit Daniela Dahn, Schriftstellerin und Publizistin: „Merkels humane Haltung gegenüber Flüchtlingen gilt als unklug und naiv. Ich halte dagegen alle für naiv, die sich weigern zu begreifen, dass wir einen Point of no Return erreicht haben. Es gibt kein Zurück mehr. Es ist ignorant, nicht wahrhaben zu wollen, dass die Flüchtlinge uns eine Lektion erteilen: Es war eine Lebenslüge zu glauben, ein kleiner Teil der Welt könne auf Dauer in Frieden und Wohlstand leben, während der Großteil in von den westlichen Eliten mitverschuldeten Kriegen, Chaos und Armut versinkt. Dass sich eine Völkerwanderung früher oder später in Bewegung setzen würde, haben wir geahnt. Eigensüchtig haben wir gehofft, es würde später losgehen … Wenn wir nicht ein eingemauertes Land in einem Europa sein wollen, dessen Strände eingezäunt sind, an dessen Grenzen geschossen wird und in dem Orwell´sche Überwachung herrscht, dann müssen wir uns damit abfinden, dass die Wanderungsbewegung nicht aufzuhalten ist … Drei Viertel der Afrikaner leben in Armut, obwohl der Kontinent reich an Rohstoffen, Energiequellen und Arbeitskräften ist. In vielen Regionen liegt die Arbeitslosigkeit bei über 70 Prozent. Studien haben nachgewiesen, dass die meisten Länder, gerade Schwarzafrikas, in den nächsten 50 Jahren keine Chance haben werden, ihren Lebensstandard zu verbessern. Jeder, wirklich jeder von uns würde unter solchen Bedingungen fliehen … Unser Recht ist die Scharia der Konzerne. Im Grunde haben wir keine Flüchtlingskrise, sondern eine Besitzstandswahrungskrise. Wir haben noch nicht begriffen, dass nicht nur die Ausländer sich bei uns integrieren müssen, sondern auf verträgliche Weise auch die Reichen in eine Welt der Armut und des Elends ..“
Quelle und das ganze Interview: Bitte Überschrift anklicken.
„Unser Sexmob“. Eine Kolumne von Thomas Fischer, Bundesrichter in Karlsruhe: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-01/sexmob-koeln-kriminalitaet-strafrecht-fischer-im-recht

Montag, 25. Januar 2016
Erdogans Hexenjagd gegen Kurden

Ein erster Bericht im deutschen TV, der die Hintergründe des staatlich organisierten Kriegs gegen die kurdische Bevölkerung deutlich anspricht. Dass er auf „die kurdische Kultur“ abhebt, erklärt sich aus seiner Einbettung in das Kulturformat „Titel Thesen Temperamente“ der ARD. Vieles wird darin nicht angesprochen, dennoch ist er ein wichtiger Beitrag, den wir publik machen müssen, damit mehr Medien aufwachen!
Unterdrückung der kurdischen Kultur – Erdogans Hexenjagd gegen Schriftsteller, Journalisten und Akademiker. Laut Menschenrechtsorganisationen sind seit August 160 Kinder, Frauen und alte Menschen in der Türkei getötet worden. Viele der von Kurden bewohnten Städte in der Türkei ähneln Ruinen. Journalisten, die darüber berichten, werden inhaftiert.
6 Minuten auf YouTube: https://youtu.be/-OfnsgL7ojA
7 Minuten mit Kommentar der Moderatorin: Bitte Überschrift anklicken.

Montag, 11. Januar 2016
Massenmorde in Kurdistan

Der türkische Staat lässt morden: Die deutsche Regierung schweigt! Bei einer Polizeirazzia im ostanatolischen Van wurden 12 kurdische Jugendliche mit Kopfschüssen getötet. "Es bestätigt sich, dass es sich dabei um eine Massenhinrichtung handelt. Es stellt sich die Frage, warum, obwohl, die Möglichkeit bestanden hätte, eine Durchsage zu tätigen, um diese Personen lebendig zu ergreifen, dies nicht geschah. Stattdessen wurde mit schweren Waffen das Feuer eröffnet. Eine Quelle aus dem Polizeiapparat hat uns gegenüber geäußert, man habe den Befehl bekommen, etwa zwölf Personen sind an diesem Ort, geht dort hin und tötet sie.'“ Auch in anderen kurdischen Städten in der Türkei starben wieder Zivilisten, Frauen und Männer ...
Massenmorde in KurdistanQuelle und der ganze Bericht: www.heise.de/tp/news/Tuerkei-Weiter-toedliche-Angriffe-der-Sicherheitskraefte-auf-Kurden-3067937.html

Appell an die Bundesregierung - Stoppt den Krieg in Kurdistan! Bitte unterschreiben: Überschrift anklicken!

Samstag, 9. Januar 2016
Helfen wir den Menschen in Griechenland

Aus dem neuen Bericht der Aktion: » Spätestens Ende Juli des vergangenen Jahres setzte man Tsipras in Brüssel die Pistole auf die Brust: entweder sofortiger Untergang oder allmähliches Erdrosseltwerden – so lautete die Alternative für ihn. An der Spitze der Erpressung: Wolfgang Schäuble, hinter ihm Merkel. Und seither ist die Bilanz der Tsipras-Regierung bestenfalls noch halber Widerstand: einerseits Privatisierungen von Staatseigentum, Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Artikel des täglichen Bedarfs, weitere Kürzung von Löhnen und Renten; andererseits, seit kurzem erst, Schutz vor Wasser- und Stromsperren, wenn die Gebühren nicht bezahlt werden können, Schutz auch der vielen Kleineigentümer von Hausbesitz vor Enteignung (durch die Banken), wenn sie ihre Kredite nicht mehr abstottern können. Und außerhalb Griechenlands: das große Vergessen der Griechenlandfrage, weil nunmehr das Flüchtlingsthema alles beherrscht, andererseits Hilfsinitiativen für die Menschen in Griechenland … Entscheidend ist etwas anderes: dass wir solidarisch weiter arbeiten für die Menschen in Griechenland; dass wir auch weiterhin Organisationen wie „Sympathia“ als unsere solidarischen Partner betrachten; und dass wir auch des weiteren nicht die eigentlichen Verursacher der griechischen Krise aus den Augen verlieren: die Schäubles und Merkels nicht, und auch nicht die die Junckers und Dijsellbloems. Kurz: die verbrecherische „Austeritätspolitik“, die in zig Ländern Europas – in Griechenland, in Spanien, in Portugal, in Irland – die Menschen und die Menschenrechte mit Füßen tritt! «
Spendenaktion auf der Webseite, am Ende des Berichts: Bitte Überschrift anklicken.

„Neoliberalismus sieht die Schaffung von Märkten und Wettbewerb als zentrale staatliche Aufgabe. Diese Denkrichtung ist keine bloße Wirtschaftstheorie; vom eigenen Anspruch her ist sie vielmehr eine Ideologie, die den Menschen und die Gesellschaft nach ihrem Bild formen und beherrschen will. Insofern ist sie totalitär.“ – Mehr dazu hier: www.hinter-den-schlagzeilen.de/2016/01/08/nur-starke-sollen-ueberleben

Samstag, 26. Dezember 2015
Stoppt den Bürgerkrieg in der Türkei

Ein erschütternder Bericht und Hilferuf aus Diyarbakir: „Appell an die Bundesregierung - Stoppt den Bürgerkrieg in der Türkei/Stop the civil war! In einem Aufruf an die internationale Öffentlichkeit bittet Gültan Kisanak, die Vize-Bürgermeisterin von Diyarbakir, um internationale Hilfe und aktive Unterstützung für einen Waffenstillstand … Langsam, viel zu langsam, wird in Europa begriffen, dass man angesichts der Flüchtlingskrise nicht zum Staatsterror Erdogans gegen die kurdischen Gebiete schweigen kann. Diese Lage birgt auch erhebliches Konfliktpotential für Europa. Schließlich leben hier seit den 80er/90er Jahren Millionen vertriebener Kurden, die nicht einfach nur zusehen wollen wie ihre nun erneut bedrohten Angehörigen vertrieben und umgebracht werden. Es gibt mehrere Petitionen wie z.B. an den UN-Generalsekretär Ban Ki-moon oder an die Bundesregierung. Die Gefahr, dass der Konflikt weiter eskaliert, ist groß … Militärisch ist diese Auseinandersetzung von beiden Seiten nicht zu gewinnen, sollte sich die PKK in der nächsten Eskalationsstufe aktiv einschalten. Die Türkei würde dann zu einem zweiten Syrien werden. Anscheinend fehlt den meisten in Europa noch die Phantasie, sich vorzustellen, was das auch für uns bedeuten würde.“
Der Bericht: www.heise.de/tp/news/Tuerkisches-Militaer-zerstoert-Weltkulturerbe-3056252.html. Die Petition: Bitte Überschrift anklicken.
Im Südosten der Türkei sind Hunderte Menschen gestorben, die Regierung verweigert kurdischen Abgeordneten sogar das Gespräch. Gleichzeitig macht der IS in der Türkei Jagd auf seine Gegner. Aktueller Bericht: www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-kampf-gegen-die-kurden-gibt-dem-is-freie-hand-a-1069650.html#utm_source=politik#utm_medium=medium#utm_campaign=plista&ref=plista

Donnerstag, 24. Dezember 2015
Weihnachts-Botschaften

Was für eine Schande, dass die glaubwürdigsten Europäer nun nicht die sogenannten Volksvertreter, sondern jene Menschen sind, die sich auf Bahnhöfen und entlang der Straßen und vor Flüchtlingslagern und anderen Stationen des Elends versammeln, um den Verzweifelten mit Nahrung, Wasser, Kleidung wenigstens über den Tag hinwegzuhelfen.“ – Aus einer Rede des österreichischen Schriftstellers, Philosophen und Ethnologen Christoph Ransmayr. Die ganze Rede: Bitte Überschrift anklicken.
Bei einem Angriff der islamistischen al-Shabaab-Miliz auf einen Bus im Nordosten Kenias haben die Angreifer die Passagiere des Busses aufgefordert, sich nach Christen und Muslimen aufzuteilen, um die Christen anschließend zu töten. Die Muslime aber weigerten sich, die Christen auszuliefern, sagte der kenianische Innenminister Joseph Nkaissery … CNN zufolge waren etwa 100 Menschen in dem Bus. Einem Zeugen zufolge sollen die Muslime den Christen geholfen haben, sich auf dem Dach und im Bus zu verstecken. Christlichen Frauen seien Hijabs, also muslimische Verschleierungen, gegeben worden, damit die Terroristen sie für Musliminnen halten. Die Passagiere des Busses waren CNN zufolge mehrheitlich Frauen. Sie sollen die Terroristen aufgefordert haben, sie entweder alle zu töten oder zu verschwinden. Die Terroristen zogen sich daraufhin zurück. "Diese Muslime haben eine sehr wichtige Botschaft der Einheit ausgesandt, indem sie sagten, wir sind alle Kenianer und wir können nicht geteilt werden vom Menschen", sagte Nkaissery.
So ist es, ja, wir können nicht geteilt werden vom Menschsein und meine aufrichtige Bewunderung gilt diesen 100 Menschen. Von ihnen dürfen wir lernen. "Mensch unter Menschen zu sein und es auch immer zu bleiben, das ist der SINN des Lebens, das ist seine AUFGABE“, schreibt Fjodor Michailowitsch Dostojewski.
Verbreitet diese Nachricht an alle jene, die uns Menschen teilen wollen in sogenannte Fremde, Andersartige und Feinde: Schützen wir bitte ebenso mutig die Muslime vor den baseballschlägerschwingenden Feiglingen, vor den brandstiftenden Rassisten, vor all jenen, die unsere „christliche Kultur“ bewahren wollen und dabei so wenig Ahnung haben von Kultur wie ein Rassist vom Menschsein. – Konstantin Wecker, Liedermacher, auf www.wecker.de/de/weckers-welt/item/684-Von-ihnen-duerfen-wir-lernen.html

Mittwoch, 16. Dezember 2015
Krisenregion Naher und Mittlerer Osten

„Krisenregion Naher und Mittlerer Osten – Zur Verantwortung der westlichen Welt heute“ – Ein Vortrag von Clemens Ronnefeldt, Referent für Friedensfragen beim Internationalen Versöhnungsbund e.V. und Buchautor. Auf Einladung der SPD in Olching hielt Clemens Ronnefeldt am 30.11.2015 einen hoch informativen Vortrag zum Thema „Krisenregion Naher und Mittlerer Osten – Zur Verantwortung der westlichen Welt heute“. In seinem Vortrag stellt er ausführlich dar, was und wie das „Abendland“ zu den Zuständen im „Morgenland“ und letztendlich zu den Flüchtlingsströmen beigetragen hat und plädiert für politische und friedliche Verhandlungslösungen.
Clemens Ronnefeldt auf der Webseite des Internationalen Versöhnungsbunds: www.versoehnungsbund.de/friedensreferat und www.versoehnungsbund.de/friedensblog
Der einstündige Vortrag ist auf DVD über das Sozialforum Amper zu erhalten: sozialforumamper@gmx.de

Samstag, 12. Dezember 2015
Das hässliche Gesicht Deutschlands und der EU

Auf Lesbos in Griechenland befindet sich der erste Hotspot für Flüchtlinge. Zoran Dobric hat ihn als erster europäischer Journalist undercover besucht – und ist entsetzt: Der Hotspot gleicht einem Hochsicherheitstrakt für Schwerverbrecher. Hier zeigen Deutschland und die EU ihr hässliches Gesicht: Es geht nicht mehr um den Schutz der Hilfsbedürftigen, sondern um Abschreckung - und wohl bald auch um Massen-Abschiebung.
» Insgesamt sollen es irgendwann elf Hotspots sein, sechs in Griechenland und fünf in Italien. Aktuell sind nur Lesbos und Lampedusa vorhanden, und auch diese beiden sind bestenfalls in halbfertigen Zustand. Doch in Lesbos bekommt man bereits einen Eindruck, was die EU mit diesen Hotspots will … eine Anlage entstanden, die eher einem Hochsicherheitstrakt für Schwerverbrecher ähnelt, als einem Zufluchtsort für aus einem Kriegsgebiet flüchtenden Menschen, die dringend internationalen Schutz benötigen. Das ehemalige Militärcamp wird von einem zweifachen, viereinhalb bis fünf Meter hohen Maschendrahtzaun – obendrauf Stacheldraht – umzingelt. Wachtürme, gefängnisartige Zonen, Wohn-Baracken und bewaffnete Wachebeamte. Koordiniert, kontrolliert und überwacht wird diese Anlage von der sogenannten Europäischen Agentur für operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union – besser bekannt als FRONTEX … Alle Flüchtlinge, die nach Lesbos kommen, müssen zum Hotspot in Moria, um einen Registrierungsbescheid zu bekommen … Die so begehrte Registrierungsbestätigung erhalten die Flüchtlinge auf Griechisch. Keiner von ihnen versteht also, was auf dem wichtigen Papier tatsächlich geschrieben steht. Das ist aber dann das einzige Dokument, das an den weiteren EU-Grenzen zählt … Offiziell ist die primäre Aufgabe des Hotspots, Flüchtlinge die nach Europa wollen zu registrieren. In der Tat sind die Hotspot-Beamten wesentlich mehr damit beschäftigt, den Transporteuren und ihren Helfern auf die Spur zu kommen. Darum sind auch Mitarbeiter von Europol und den griechischen Behörden im Hotspot tätig … Interessanterweise werden Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International von der Hotspot-Anlage ferngehalten … Möglicherweise ist gerade das auch die Absicht der Europäischen Kommission: Alle Menschenrechtsprobleme, auf die wir Europäer so sensibilisiert sind, von der Öffentlichkeit und den Medien so weit fernzuhalten wie nur möglich. «
Aus einem Bericht von Zoran Dobric, Redakteur bei Österreichischen Rundfunk (ORF). Er erhielt 2009 den renommierten Robert-Hochner-Preis der österreichischen Journalistengewerkschaft für seine investigative Arbeit. 2011 erhielt Dobric für sein langjähriges journalistisches Eintreten für die Rechte sozialer Minderheiten den Claus-Gatterer-Preis.
Zum ausführlichen Bericht: Bitte Überschrift anklicken.

Montag, 7. Dezember 2015
Massenschießereien sind gut für das Geschäft

Aus einem Bericht der nachdenkseiten.de: » Geschäftsführer der Waffenindustrie sagen, dass Massenschießereien gut seien für das Geschäft. Wenn die Waffenindustrie hinter verschlossenen Türen mit Investoren und Wall-Street-Analysten spricht, betrachtet sie Massenschießereien als günstige Gelegenheit, eine Menge Geld zu machen … Vertreter der Verteidigungsindustrie benennen „Vorteile“ der eskalierenden Konflikte im Mittleren Osten … Bruce Tanner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Lockheed Martin, berichtete den Tagungsteilnehmern, sein Unternehmen erwarte „indirekte Vorteile“ vom Krieg in Syrien, er bezog sich dabei auf die kürzlich getroffene Entscheidung des türkischen Militärs, einen russischen Kampfjet abzuschießen … Tanner sagte, der Vorfall erhöhe das Risiko der US-Militäroperationen in der Region, dies führe „aufgrund der Dynamik dieses Umfeldes und unseren Produkten im Einsatzgebiet zu einem immateriellen Auftrieb“ … Und für „Verbrauchsmaterial“ wie Raketen, fügte Tanner hinzu, bestehe steigende Nachfrage, auch seitens der Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi Arabien wegen des Kriegs im Jemen. «
Quelle und der ganze Bericht: Bitte Überschrift anklicken.

Freitag, 4. Dezember 2015
Ist die NATO ein Verteidigungs- oder ein Angriffspakt?

Mit 445 Ja-Stimmen und 146 Ablehnungen befürworten die deutschen Parlamentarier den Bundeswehreinsatz in Syrien.
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Der Westen sichert mittels „humanitärer Interventionen“ Freiheit, Demokratie und Menschenrechte überall auf der Welt? Ganz sicher nicht, meint der Friedensforscher Werner Ruf anlässlich des am Wochenende in Kassel stattfindenden „22. Friedenspolitischen Ratschlages“ und warnt im Gespräch mit Jens Wernicke insbesondere vor den Entwicklungen der NATO, die er als undemokratisches und Völkerrecht verletzendes Kriegsbündnis skizziert.
Das Interview: Bitte Überschrift anklicken.
Der Vortrag: www.werner-ruf.net/pdf/NATO-RLS_Bonn.pdf
Werner Ruf ist emeritierter Professor mit den Arbeitsschwerpunkten Internationale und intergesellschaftliche Beziehungen und Außenpolitik.

Sonntag, 29. November 2015
Deutschland führt wieder Krieg

Deutschland wird jetzt in Syrien verteidigt? Ab jetzt wird zurückgeschossen … und der Terror kommt wieder zu uns zurück. Dafür wird die deutsche Regierung verantwortlich sein. In London und Madrid demonstrierten Menschen gegen unterstützende Militäreinsätze ihrer Länder in Syrien. In London entscheidet das Parlament voraussichtlich nächste Woche über britische Luftangriffe gegen den IS in Syrien. Etwa 5000 Demonstranten protestierten. In Madrid zirka 6000 Menschen. In Deutschland kämpft die AfD gegen die Flüchtlinge. Die Friedensbewegung organisiert noch. Die Regierung sagt Verstärkung in Mali und den Einsatz von Maschinen in Syrien zu. Jetzt auch „1200 Mann für Syrien-Einsatz. Es soll der derzeit größte Auslandseinsatz der Bundeswehr werden: Mit weit mehr als 1000 Soldaten will sich Deutschland an dem Kampf gegen den IS beteiligen. Der Beginn des Einsatzes könnte schon sehr bald sein.“ – Quelle: www.n-tv.de/politik/Bundeswehr-1200-Mann-fuer-Syrien-Einsatz-article16455831.html
„Die CDU-Politikerin verabschiedet sich nun zusehends von der sogenannten Kultur der militärischen Zurückhaltung. Der geplante Einsatz von Tornado-Aufklärungsflugzeugen in Syrien markiert einen weiteren Schritt, wohl den letzten, bevor Deutsche wieder mit Bomben intervenieren … Mit dem Einsatz von Tornados ist Deutschland endgültig in den syrischen Bürgerkrieg verwickelt. Und es gibt große Zweifel, ob die Allianz gegen den IS den richtigen Weg geht. Zum Beispiel von Jürgen Todenhöfer, einem der wenigen Journalisten, die das sogenannte Kalifat von innen erlebt haben und noch davon berichten können. Todenhöfer fürchtet, dass der Westen in eine Falle des IS tappt - genauso wie nach 9/11. Der IS wolle die Luftangriffe des Westens.“ – Quelle: www.n-tv.de/politik/Die-Zeit-der-Zurueckhaltung-endet-article16447681.html
Halbstündiges Gespräch mit Jürgen Todenhöfer auf Phönix-TV (28.11.): Was will der Islamische Staat? Wie stark ist er wirklich? Welche Rolle spielen Assad, der Iran, die Saudis? Können Luftangriffe dem Kalifat wirklich schaden? Wie müssen globale Lösungsansätze für die Terrorbekämpfung gestaltet werden? Zu sehen hier: Bitte Überschrift anklicken.

Samstag, 14. November 2015
Friedensnobelpreis für unseren Bundespräsidenten?

Aus dem Mund von Bundespräsident Joachim Gauck waren zu den tragischen Pariser Ereignissen folgende Worte zu hören (Quelle: n-tv online):
» Bundespräsident Joachim Gauck ruft angesichts der Anschlagsserie von Paris dazu auf, die europäischen Werte zu verteidigen. Europas Werte und Europas Freiheit seien in der Geschichte von „machtvollen Feinden angegriffen worden“, dennoch sei Europa „ein Bollwerk der Demokratie und Menschenrechte“. Aus dem Zorn über die „Mörder“ von Paris müssten Entschlossenheit und Verteidigungsbereitschaft werden. «
Wie lange wird es noch dauern, bis sich ein deutscher Staatspräsident zu folgenden Worten aufrafft?
„Damit meine ich die bedingungslose Schließung aller Waffenfabriken auf deutschem Boden und die Verhinderung weiterer Waffenexporte aus Deutschland, in welches Land der Welt auch immer. Und ich fordere alle Staaten dieser Welt auf, sofort, energisch und ausnahmslos diesem Weg der Verteidigung menschlichen Lebens zu folgen und ihn unumkehrbar zu machen. Nie wieder darf der Tod das Ergebnis von Profitstreben sein. Nie wieder sollen lohnabhängige Menschen durch ihre Arbeit vom Elend und Tod anderer Menschen leben müssen und dürfen. Ich rufe die Staaten der Welt auf, Waffenproduktion und -verkäufe unter Strafe zu stellen und für die restlose Vernichtung aller unsere Welt bedrohenden Waffenkontingente zu sorgen. Zu beginnen ist mit Kleinwaffen, Raketen und Drohnen. Erlaubt wird lediglich die Bewaffnung der mit dieser Abrüstungsoffensive zu beauftragenden Militäreinheiten. Die Gewinne der Rüstungsunternehmen sind für die Finanzierung der Integration von Kriegsopfern, Flüchtlingen und sozial Benachteiligten zu verwenden. Darauf sollen künftig die europäischen Werte gründen.“
Der Friedensnobelpreis wäre endlich einmal zu Recht vergeben worden.

„Wir setzen hier bei dem G20-Gipfel ein entschlossenes Signal, dass wir stärker sind als jede Form von Terrorismus“, sagt Angela Merkel. Damit hat die deutsche Bundeskanzlerin wieder unter Beweis gestellt, dass sie eine Fehlbesetzung ist und die Probleme dieser Welt nicht versteht. Sie hätte sagen müssen: Wir sind Teil des Terrorismus, weil wir in den Vorderen Orient Waffen liefern und Öl- und Gaskriege führen. Erst wenn Obama, Merkel, Hollande und wie sie alle heißen begreifen, dass die Mütter in Afghanistan, im Irak, in Syrien, im Jemen und überall, wo die „westliche Wertegemeinschaft“ Kriege führt, genauso um ihre Kinder weinen, wie die Mütter in Paris, werden sie in der Lage sein, den Terrorismus zu bekämpfen.
Der ganze Kommentar von Oskar Lafontaine: www.nachdenkseiten.de/?p=28776

Man kann einen Feind nicht bekämpfen, indem man ihm ähnlich wird. Das ist das Problem mit dem "Krieg gegen den Terror": wer ihn führt, hat ihn bereits verloren. Die einzige Waffe gegen den Hass ist die Versöhnung. Wohlgemerkt: mit Naivität, das hat der Norweger Stoltenberg richtig bemerkt, hat das nichts zu tun. Im Gegenteil. Welche Schlüsse ziehen wir aus Paris? Wieder die falschen. Präsident Hollande verhängte nach den Angriffen den Ausnahmezustand. Er soll nun auf drei Monate ausgeweitet werden. Und noch am Wochenende warfen französische Kampfflugzeuge zwanzig Bomben über Stellungen des IS in Syrien ab. Mehr Waffen, mehr Soldaten, mehr Überwachung, mehr Einschnitte in bürgerliche Freiheiten. Wieder setzen wir auf Rezepte, die erstens unseren eigenen Werten widersprechen und zweitens schon in der Vergangenheit nicht funktioniert haben … Die Worte verraten das Denken. Dem Kampfe huldigen, die Welt in Freund und Feind einteilen, das Ende des Konflikts nur in der Vernichtung erkennen, in der eigenen oder der des Gegners - wer so redet, der singt das Lied des Kriegs und steht im Kulturkampf auf derselben Seite wie die Islamisten.
Jakob Augstein auf SPON: www.spiegel.de/politik/deutschland/krieg-gegen-terror-wir-sind-der-gegner-kolumne-a-1062979.html

„Wisset, die euch Hass predigen, erlösen euch nicht“ (Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach).

Ausstellung "Große Amperlandschaft" mit Werken von Gudio Zingerl, bis zum 31. Januar, während der allgemeinen Öffnungszeiten im Brucker Rathaus. Bericht auf SZ-FFB-online: Bitte Überschrift anklicken.

Samstag, 7. November 2015
Das kostet die Integration von Flüchtlingen

Was kostet die Integration von Millionen Flüchtlingen tatsächlich? Was müsste in Bildung, was in Wohnungen investiert werden? Und würde uns das tatsächlich überfordern? MONITOR-Reporter waren in ganz Deutschland unterwegs – und präsentieren die Rechnung.
Zu den Beiträgen des TV-Magazins Monitor in Text und im Video: Bitte Überschrift anklicken.

„Der beste Freund der Steuerhinterzieher unter den griechischen Besserverdienenden ist die Troika, und das ist etwas, was die deutschen Steuerzahler wissen sollten“ (Der frühere Finanzminister Griechenlands, Gianis Varoufakis, in einem Interview mit Funkhaus Europa).
„Ohne Griechenland kann man Europa umbenennen, etwa in Horst“ (Nils Minkmar).

Mittwoch, 4. November 2015
Für Weltklimaschutz und gegen Landschaftsverbrauch

Der Bund Naturschutz hat eine Massenpetition gestartet: „Bayerns Schönheit bewahren“. Es ist Wahnsinn, es hat Methode, und die Sendung „Jetzt mal ehrlich“ im Bayerischen Fernsehen macht es endlich zum Thema. Mit aufrüttelnden Bildern: „Bayern ist ein grünes Land“, so Reporter Rainer Maria Jilg, „aber diese grüne Fläche wird immer kleiner. Jeden Tag werden 18 Hektar verbaut, das sind 25 Fußballfelder. Jeden Tag, für immer futsch. Und damit ist Bayern Spitzenreiter. Jetzt mal ehrlich: Wie kann es sein, dass wir immer weniger Menschen werden, aber immer mehr Fläche verbrauchen? Ökologisch wertvolle Flächen und Ackerböden, die unseren Kindern einmal fehlen werden. Verbauen wir uns unsere Zukunft? Verliert Bayern sein Gesicht?“
Die Sendung „Jetzt mal ehrlich – Bauboom: Landschaftskiller oder Erfolgsmodell“, im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt am 2. November 2015, kann auf YouTube angesehen werden: https://youtu.be/6oFUugbR8p8?list=PLP4hePAK6Tv4-v_MS6KPTnxrnWYxTVAiS
Infos des Bund Naturschutz: Bitte Überschrift anklicken.
Unterschriftenliste: http://gradraus.de/grdrswp/wp-content/uploads/2015/11/Bayerns_Sch%C3%B6nheit_bewahren_-_Unterschriftenliste_der_Petition1.pdf
Bericht „Unter den Gemeinden herrscht Krieg“: http://gradraus.de/grdrswp/?p=17112

Am 30.11. beginnt der Weltklimagipfel in Paris: Eine Zeit großer Entscheidungen, die die Zukunft unseres Planeten betreffen, aber auch die jedes einzelnen Menschen weltweit. Am 29. November finden in den Metropolen der Welt Demonstrationen statt, zahlreiche UnterstützerInnen schließen sich in unserer internationalen Online-Menschenkette zusammen, am 11. und 12. Dezember kulminiert der Protest: Mit einem breiten Bündnis, das mit einer Großdemo in den Straßen von Paris seine Stimme erhebt, während die Regierungen der Welt hinter verschlossener Tür über den Klimaschutzvertrag verhandeln. Für uns ist klar: Dieser verdient seinen Namen nur, wenn das Ziel heißt: Nicht mehr als 1,5 Grad Erderwärmung • Sozial gerecht aus den fossilen Energien aussteigen • Betroffene Länder und Menschen unterstützen!
Alle Infos und zur Online-Menschenkette: www.bund.net/index.php?id=22326

Freitag, 30. Oktober 2015
Galgenhumor vom rechten Schlag

Fürstenfeldbrucks Landrat, » Thomas Karmasin ... Forderte … den Bau von Zäunen und Grenzkontrollen als selbstverständlich für einen Nationalstaat … «
» Dabei stilisierte sich der Landrat zum Realisten, der von harten Fakten ausgeht und sich keine romantische Seite erlauben kann. Er behauptete, alle etwa 60 Millionen Flüchtlinge auf diesem Planeten wollten nach Deutschland, beschwor das Bild einer "geschlossenen Menschenkette" von Aleppo bis hierher und erzählte Anekdoten von Flüchtlingen, die nach zwei Jahren kaum ein Wort Deutsch können und nicht auf Baustellen arbeiten wollen. Die Kanzlerin Angela Merkel lasse alle rein, "die uns auf der Tasche liegen", sagte Karmasin. «
» … notwendig, dass diese Deutsch lernen, weil das die Sprache der Mehrheit sei, warf der Landrat ein: "Noch." Ein Teil des Publikums applaudierte, während Kippes ihn rügte: "Das ist außerhalb der Diskussion, das sollte nicht sein." Karmasin ruderte zurück, das sei bloß "Galgenhumor" gewesen …
Der Landrat ist ohnehin überzeugt, dass 80 Prozent der Flüchtlinge keine adäquate Berufsausbildung hätten und nicht integrierbar seien. «
Aus einem Bericht auf SZ-FFB-online: Bitte Überschrift anklicken.
» Karmasin sah sich in der schwierigen Rolle, „ekelhafte Fakten“ vortragen zu müssen statt die „romantische“ Sichtweise zu vertreten. 80 Prozent der Flüchtlinge seien nicht integrierbar, unter den Zuwanderern im Landkreis gebe es keine nennenswerte Zahl von Auszubildenden oder Studierenden. Ähnliches auf dem Arbeitsmarkt: „Fragen Sie mal im Job-Center, wie viele tüchtige Fachkräfte vermittelt wurden.“ «
Aus einem Bericht auf FFB-Tagblatt-online: www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/puchheim/asyl-landrat-fuehlt-sich-schankkellner-5699674.html
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„Don´t wrestle with pigs, you both get dirty, but the pigs likes it“
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Ausstellung "Große Amperlandschaft" mit Werken von Gudio Zingerl, bis zum 31. Januar, während der allgemeinen Öffnungszeiten im Brucker Rathaus. Bericht auf SZ-FFB-online: www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-noch-immer-aktuell-1.2712987

Montag, 26. Oktober 2015
Die Flüchtlinge – wo laufen Sie denn?

DIE ANSTALT vom 22.10. über deutsche Ängste vor nichtdeutschen Flüchtlingen: Bitte Überschrift anklicken.

Sonntag, 25. Oktober 2015
Flüchtlingsabwehr: Die osteuropäische Schande

» Während Tausende von Menschen nach Europa fliehen, um den Schrecken des Krieges zu entkommen, und viele von ihnen bei dem Versuch sterben, spielt sich in vielen der neuesten Mitgliedstaaten der Europäischen Union eine andere Art von Tragödie ab … In Polen, einem Land mit 40 Millionen Menschen, hat sich die Regierung bereit erklärt, 2000 Flüchtlinge aufzunehmen – allerdings nur Christen. Auch die Slowakei hat ähnliche Bedingungen gestellt. Ein polnischer Journalist hat gegenüber dem „National Public Radio“ der Vereinigten Staaten behauptet, Flüchtlinge seien kein osteuropäisches Problem, da sich diese Ländern nie der Entscheidung zur Bombardierung Libyens angeschlossen hätten (doch auch Deutschland hat dies nicht getan) … Haben die Osteuropäer kein Schamgefühl? Seit Jahrhunderten sind ihre Vorfahren massenweise ausgewandert, um materiellem Elend und politischer Verfolgung zu entkommen. Und heute spielen das herzlose Verhalten und die kaltschnäuzige Rhetorik ihrer Politiker dem Populismus in die Hände. So sieht sich die Online-Ausgabe von Polens größter Zeitung, „Gazeta Wyborcza“, gezwungen, am Ende jedes Artikels über Flüchtlinge den folgenden Schlusssatz hinzuzufügen: „Aufgrund des außergewöhnlich aggressiven Inhalts vieler Kommentare, die sich ungesetzlicherweise für Gewalt aussprechen und rassistischen, ethnischen und religiösen Hass verbreiten, ist das Verfassen von Kommentaren derzeit nicht möglich.“ … Vor noch nicht allzu langer Zeit, in den Jahren direkt nach dem Krieg, flohen osteuropäische, jüdische Überlebende des Holocaust vor dem mörderischen Antisemitismus ihrer polnischen, ungarischen, slowakischen und rumänischen Nachbarn ausgerechnet nach Deutschland, in die Sicherheit der Vertriebenenlager ... Auch heute finden muslimische Flüchtlinge und Überlebende anderer Kriege keine Zuflucht in Osteuropa und fliehen in die deutsche Sicherheit. «
Auszug aus einem Artikel von Jan T. Gross, Dr. jur., Privatdozent für Politikwissenschaft und Soziologie mit. Schwerpunkt Friedens- und Entwicklungspolitik, Warschau.
Quelle: Bitte Überschrift anklicken.

Montag, 19. Oktober 2015
Offener Brief an "Herrn Seehofer" - "Rhetorisch braun"

Herr Seehofer,
vor vier Jahren handelten Sie sich eine Anzeige wegen Volksverhetzung ein. Auch damals ging es um Migranten. "Bis zur letzten Patrone" werde die Regierung sich gegen eine massenhafte Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme wehren, sagten Sie am 9. März 2011. Auf den Tag genau 66 Jahre, nachdem Hitlers Generäle in Berlin mit genau dieser martialischen Wortwahl befahlen, die Reichshauptstadt "bis zum letzten Mann und bis zur letzten Patrone" zu verteidigen Anfang Oktober dieses Jahres sprachen Sie von "wirksamer Notwehr" und „Notmaßnahmen“. Über „Notwehr als Recht“ hat Hitler schon im 15. Kapitel des 2. Bandes von „Mein Kampf“ geschrieben. „Sprachlich bedient sich Seehofer dabei wiederum der nationalsozialistischen Rhetorik, denn aus der im Sprachgebrauch grundsätzlich positiv belegten, auch harsche, extreme Maßnahmen billigenden Notwehr gegen die drohende Überfremdung und Fremdbestimmung schöpfte Hitler die moralische Rechtfertigung für seinen völkisch verbrämten Krieg um Lebensraum und Ressourcen“ (Andreas Borcholte - hier nachzulesen: Bitte Überschrift anklicken).
Wie Heribert Prantl in der "Süddeutschen Zeitung" schreibt, signalisiert der Begriff Notwehr in der Politik stets, "dass ein Politiker etwas tun will, was eigentlich absolut nicht rechtens ist - er selbst es aber für geboten hält.“ Wollen Sie die Demokratie abschaffen, Herr Seehofer? Wer so zündelt wie Sie, Herr Ministerpräsident, hat einen Anschlag wie gestern auf die Kölner Sozialdezernentin Henriette Reker meines Erachtens mit zu verantworten.
Konstantin Wecker, Musiker und Publizist

Samstag, 17. Oktober 2015
Die Politik stimuliert Menschenhandel?

Interview des österreichischen Blatt „der standard“ mit dem Strafrechtsprofessor Andreas Schloenhardt: "Grenzzäune machen Schlepperei erst möglich“
Auszug:
» STANDARD: Die EU versucht Flüchtlinge vor die Außengrenzen zurückdrängen. Wie beeinflusst das den Charakter der Schlepperei?
Schloenhardt: Wenn ich Zäune hochziehe, mache ich Schlepperindustrie erst möglich. Und in der extremen Form finden sich Menschen, die sagen: Wir bringen dich dorthin, dort arbeitest du für uns.

STANDARD: Die Politik stimuliert Menschenhandel?
Schloenhardt: Ja, in gewisser Weise schon. Nicht nur bei Flüchtlingen, auch bei Arbeitsmigranten.
STANDARD: Was könnte man tun, um Schleppern und Menschenhändlern das Handwerk zu legen?
Schloenhardt: Den Transport hierher so gestalten, dass das nicht von Schleppern gemacht wird, sondern von den Staaten. Das heißt: Erstaufnahme auf Lesbos, von dort bringt man die Leute anderswo hin, und dort wird das Verfahren gemacht.
STANDARD: Trotzdem brauchen sie Schlepper, um nach Lesbos zu kommen – oder gar nach Lampedusa.
Schloenhardt: Ja, und das ist extrem gefährlich. Da kommen wir zu einem Punkt, der mir in der ganzen Debatte fehlt: Resettlement. Die Zahlen sind weltweit viel zu klein, da müsste man viel großzügiger werden. Der zweite Weg wäre, Asylanträge an Botschaften zuzulassen. Ich sehe nur Vorteile darin – für alle Beteiligten. Den Schleppern wird das Handwerk gelegt, und man kann genau vorher sagen, in welcher Minute die Leute in Wien eintreffen und wo sie am Abend schlafen werden.
STANDARD: Wie sehen Sie die Taktik der EU, Schlepperboote vor Libyen zu zerstören?
Schloenhardt: Was ist überhaupt ein Schlepperboot? Jedes Boot kann dazu verwendet werden – ein Fischerboot, eine ausrangierte Fähre. Wir können ja nicht jedes Boot in Libyen zerstören. Das ist völlig absurd.
STANDARD: Geldverschwendung?
Schloenhardt: Ja, und es ist naiv: Das ist ja die Lebensgrundlage vieler Menschen. «
Quelle und das ganze Interview: Bitte Überschrift anklicken.

PRO ASYL kritisiert Ausgrenzung und Integrationsverweigerungsgesetz. Appell an den Bundesrat. Dieses Gesetz muss gestoppt werden: www.proasyl.de/de/presse/detail/news/pro_asyl_kritisiert_ausgrenzung_und_integrationsverweigerungsgesetz

Simon Hadler, Die Angst vor dem "Ansturm – Fakten und Schicksale: Basiswissen für die laufende Asyl-Debatte - eine Momentaufnahme, die bleibt“. 2015 sind elf Millionen Syrer auf der Flucht vor dem Krieg, vier Millionen suchen außerhalb ihres Landes Schutz. In Österreich steigt, wie in anderen EU-Ländern, die Zahl der Asylanträge. Der Staat lässt Flüchtlinge unter freiem Himmel schlafen. Angetrieben von Politikern und Boulevardmedien wogt eine Welle blanken Hasses durch soziale Medien. Gleichzeitig formiert sich eine breite Front der Solidarität. Simon Hadler hat Fakten und Schicksale festgehalten: Grundlagen für die laufende Diskussion und eine Momentaufnahme, die bleibt.
Ein PDF-E-Book, 2,99 € – zu haben auf www.hanser-literaturverlage.de/buch/die-angst-vor-dem-ansturm/978-3-446-25104-5

„Es wird für alle enger“. In ihrem neuen Buch „Ausgrenzungen“ fragt die US-Soziologin Saskia Sassen, wie Menschen heute unterdrückt und entrechtet werden. Es trifft auch die Mittelschichten. Ein interessantes Interview über ein wichtiges Buch: www.freitag.de/autoren/katja-kullmann/es-wird-fuer-alle-enger

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