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Eine bessere Welt ist machbar!

Wir tragen bei, den um Frieden und Heimat ringenden Menschen Hoffnung zu geben und ihnen eine lebensgefährliche Flucht übers Mittelmeer zu ersparen. Hier geht's zur Seite
SPENDENSAMMLUNG „Eine Berufsschule für Mädchen für das vom IS zerstörte Kobanê“
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MEDIKAMENTENSAMMLUNG - SOLIDARITÄT mit den MENSCHEN in GRIECHENLAND
Erste Sammelstellen in Fürstenfeldbruck:
• Hans-Jürgen Buber, Dachauerstr. 42, Tel.: 08141-5346873 oder 0171-6822801
• EINE-WELT-CAFÉ, Heimstättenstr. 24, DO+FR 17-19 Uhr
• Bürgerpavillon, Heimstättenstr. 24, ab 17. August, Tel.: 08141-224775; 0162-2491542
• Büro BRUCKER FORUM, St.-Bernhard-Kirche, St.-Bernhard-Str. 2, Tel.: 08141-44994
• Stadtbibliothek Aumühle, Bullachstraße 26, Mo-Fr 10-18 Uhr, Tel.: 08141-44923
Ausführliche Infos auf der Seite MEDIKAMENTENSAMMLUNG.
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Freitag, 28. August 2015
Reden über "die" Griechen

Von Ariern und Heloten: "Wir haben das 20. Jahrhundert verlassen, aber es hat uns nicht verlassen" (Aleida Assmann). Überdeutlich zeigt dies das Reden über "die" Griechen - Tag für Tag ... Faktenkenntnis ist für einen Fokus-Redakeur selbstverständlich Mindeststandard. Auch und gerade, wenn es um Griechenland geht. Genauer, um die Griechen, wobei stets der Artikel zu betonen ist. Und darum zitiert Michael Klonovsky zustimmend die 185 Jahre alte Diagnose des Orientalisten Fallmerayer, die neuzeitlichen Griechen seien ein „entartetes Geschlecht“ und „Abkömmlinge slawischer Unholde“.
Ein Überblick über das "klassisch" gewordene Griechen-Bild: Bitte Überschrift anklicken.
„Die Griechen“ verstehen: „Einerseits hält man die Pflichten gegenüber dem Staat für nur schwach verankert im kollektiven Bewusstsein und beklagt die Steuermoral. Andererseits hält man den Staatsapparat für mächtig, den öffentlichen Sektor für aufgebläht, den Klientelismus für ausgeprägt. Falls nicht alles an diesen Eindrücken trügt: Geschichte kann erklären, woher welche Mentalität kommt.“ - Eine Geschichtsstunde: www.freitag.de/autoren/der-freitag/eine-art-protektorat


Dienstag, 25. August 2015
Alles muss raus!

Das deutsche Diktat - das die taz in beeindruckender Borniertheit immer noch als "Hilfsprogramm" bezeichnet – nötigt Griechenland, » "wertvolle griechische Vermögenswerte" an einen Treuhandfond zu übertragen, der diese dann an "private Investoren" veräußern solle. Der Fond soll zwar von Griechenland aufgebaut werden, aber unter der Aufsicht der "relevanten europäischen Institutionen" stehen - also der EU-Bürokratie … Nachdem Griechenlands von Berlin in eine informelle deutsche Wirtschaftskolonie verwandelt wurde, kann nun der große Ausverkauf beginnen, der selbstverständlich aus volkswirtschaftlicher Sicht blanken Unsinn darstellt - aber dies scheint eine Konstante der deutschen Krisenpolitik der letzten fünf Jahre in Europa zu sein. Die Defizite, die Athen bei den in öffentlichen Besitz verbleibenden 30 Flughäfen wird tragen müssen, nachdem die profitablen Airports an Fraport gehen sollen, werden selbstverständlich das griechische Staatsdefizit weiter anschwellen lassen … die Privatisierungswelle, die nun "endlich angelaufen" ist (Bayernkurier ), mittelfristig die Finanzmisere des griechischen Staates verfestigen wird … Selbst in der konservativen Zeitung Die Welt hieß es, dass der "Nutzen der Privatisierungen durchaus umstritten" sei. Dennoch muss privatisiert werden - es ist eine Machtfrage. «
Der Nachrichtensender n-tv: „Der Mechanismus erinnert an die Treuhandanstalt, die nach der Wende mit fragwürdigen Methoden DDR-Eigentum privatisiert hat.“
Yanis Varoufakis: „Nachdem die bestimmenden Mächte realisiert hatten, dass die griechische Regierung davorstand, vor den Forderungen der Troika zu kapitulieren, sahen sie den Zeitpunkt gekommen, Griechenland ihr erniedrigendes, fantasieloses und zerstörerisches Treuhandmodell aufzuwingen.“
Aus einer Betrachtung der aktuellen Situation: Bitte Überschrift anklicken.

Montag, 24. August 2015
Ökonomische Bombardierung

Yanis Varoufakis: „Wenn wir unsere Zusagen nicht einhalten können, wird das Ergebnis sein, dass Dr. Schäuble uns den Finger zeigt und die Hilfe an das Land einschränkt. Der Grexit ist ganz klar das, was er verfolgt“ … „Der französische Sozialstaat, das Arbeitsrecht, die multinationalen Firmen sind das Ziel des deutschen Finanzministers. Er selbst betrachtet Griechenland als ein Austeritäts-Labor, wo das Memorandum gelebt wird, bevor es exportiert wird. Die Furcht vor einem Grexit hat den Abbau der französischen Widerstände zum Ziel, nicht mehr und nicht weniger.“
Quelle: www.griechenland-blog.gr/2015/08/das-dritte-griechenland-programm-wird-zum-grexit-fuehren/2135784
Mikis Theodorakis, Gründer der unabhängigen Bürgerbewegung „Spitha“:
» Zu verstehen, welche Kräfte es sind, mit denen wir es zu tun haben, die Griechenland als Versuchskaninchen ausgewählt haben. Wir fordern vor allem die Europäer auf, die die Griechen während der dunklen Zeit der Militärdiktatur unterstützt haben, und bitten sie, jetzt zu verhindern, dass es zum Staatsstreich ihrer Regierungen kommt, zusammen mit dem IWF und der EZB und unter der Leitung des internationalen Finanzkapitals, die heute die Diktatur der Gläubiger in Griechenland und morgen in Europa durchzusetzen wollen! Die Kräfte, die ein Land der Europäischen Union in eine Art von Irak oder Libyen mittels "ökonomischer Bombardierung" verwandelt haben, werden, falls man sie beibehält, schließlich nicht nur Griechenland zerstören, sondern die gesamte Menschheit. Mit Blick auf den neuen Totalitarismus der "Märkte", einen Totalitarismus, der ähnlich dem der 1930er und 1940er Jahre ist, wenn nicht gefährlicher als dieser, haben wir keine andere Wahl, als uns zu vereinigen und zu kämpfen. Wir müssen es jetzt tun. Morgen kann es zu spät für ganz Europa, für die ganze Menschheit sein. «
Auszug aus einer Rede vom 29. Juli 2015: Bitte Überschrift anklicken.

Samstag, 22. August 2015
Kolonialismus

Es ist Zynismus sondergleichen, als „Hilfs-“ oder gar „Rettungs“-Paket auszugeben, was den Griechen vor einigen Wochen aufgezwungen worden ist (und gestern auch im deutschen Bundestag eine Mehrheit fand), und es ist beschämend für die Massenmedien in unserem Land, daß selbst „Tagesschau“ und „heute journal“ permanent die Menschen bei uns mit dieser Betrugsvokabel für dumm verkaufen. Ich verweise hier nur, stellvertretend für vielerlei, auf den „Fraport-Deal“: Für einen Appel und ein Ei muß Griechenland nun seine 14 lukrativen Flughäfen an die bundesdeutsche Betreibergesellschaft verkaufen und darf dafür auf seinen rund 30 Flughäfen ohne Ertragsplus sitzenbleiben. So sieht nicht „Hilfe“ oder gar „Rettung“ aus, sondern das ist Kolonialismus in neuer Gestalt, denn Mehrheitseigner bei der „Fraport“ sind staatliche Stellen (der Bund, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt am Main). Das ist ein Ausverkauf Griechenlands zugunsten der Bundesrepublik Deutschland, das ist, volkswirtschaftlich betrachtet, Zerrüttungspolitik und, in ethisch-humaner Perspektive gesehen, Politik gegen die Ärmsten und Armen in Griechenland.
Eine Einschätzung von Holdger Platta („Initiative für eine humane Welt e. V.“)

Donnerstag, 20. August 2015
„Griechenlandrettung“

Die erste Tranche des neuen „Rettungspakets“ für Griechenland, 13 Milliarden Euro, wurde ausgezahlt. Davon zahlte Griechenland 12 Milliarden sofort an die Geldgeber zwecks Schuldentilgung zurück.
„Was für ein absurdes Spektakel: Die Griechen müssen nun mit neuen Schulden ihre alten bezahlen. Und weil die Schulden dadurch nicht weniger werden, will man ihnen die neuen ein bisschen erlassen. Das darf man aber so nicht sagen, obwohl es jeder weiß ... Gleichzeitig wird in einem neuen Rausch der Privatisierung ein ganzes Land zur europäischen Ramschbude erklärt: Griechenland, jetzt günstig! Alles muss raus! Und damit das alles funktioniert, wird in der Heimat der Demokratie die Demokratie suspendiert. Die sogenannte Griechenland-Rettung ist kein Meisterstück des politischen Kompromisses. Sie ist ein Kunststück aus der Trickkiste der politischen Täuschung.“
Kommentar von Jakob Augstein, Herausgeber des „freitag“: Bitte Überschrift anklicken.

Dienstag, 18. August 2015
Zur Lage

» Seit 2008 ist die die Arbeitslosenquote von 7,3 auf 27 Prozent im Jahre 2014 gestiegen, genau der Zeitraum, in dem die Troiker (Abgesandte aus Brüssel) die Regierungsvollmacht übernommen haben. 27 % Arbeitslose in Griechenland, das sind drei Millionen Menschen. Drei Millionen Menschen sind auch nicht mehr krankenversichert in Griechenland. Nach maximal zwölf Monaten Arbeitslosigkeit bekommt man keine Leistungen mehr und fällt man aus der Krankenversicherung raus, wenn man das Geld für die Versicherung nicht irgendwie beschaffen kann. Ein Sozialsystem wie in Deutschland mit Harz IV oder Sozialhilfe gibt es nicht. Die Menschen haben dann gar nichts. Dass es in Griechenland keine vergleichbaren Sozialleistungen gibt, davon wird nicht gesprochen. Das ist Stimmungsmache auf unterstem Niveau und macht wütend.
„An Athen muss ein Exempel statuiert werden, dass diese Eurozone auch Zähne zeigen kann“ sagte der Markus Söder (CSU).
In der Welt der Politik ist kein "WIR" mehr möglich, das ICH steht im Weg. Es herrscht eine Politik der Mauern, der Ausgrenzung, der Kontrolle und der Waffenexporte, die den Krieg verbreiten. Als Mittel wird Abschiebung und Verfolgung genutzt. Das sind die Folgen, wenn nur kapitalistisches Rechnen die Politik führt. Was sich in erheblichen Verwerfungen zeigt: Leben auf Kosten anderer. Situationen ohne Weichspüler: Banana-Bootfahrten neben Rettungsaktionen. Partysaufen neben Flüchtlingsbooten. Verletzte in Notfallstationen neben überfetten Wohlstandsbäuchen. Ethnische Selektionen in den Küstenwachen und viele Griechen leben in Ruinen. «
Quelle der Zitate aus einer aktuell wichtigen und literarisch gelungenen Lektüre: Bitte Überschrift anklicken.

Montag, 17. August 2015
Was übrig bleibt, sind Ruinen

Wurde Griechenland planmäßig in eine Situation gedrängt, in der nur der Ausverkauf des Landes an Private zu „helfen“ scheint? … Ich kann mich des zunehmenden Eindrucks nicht erwehren, dass es möglich sein könnte, dass der griechische Staat planmäßig in diese Situation gedrängt worden ist, um nunmehr billigst an wertvolle Staatsfirmen zu kommen. Dies hat sich genauso während der Umwandlung der ehemaligen DDR abgespielt, wo Staatsbetriebe von westlichen Käufern zu Spottpreisen gekauft werden konnten, welche oft mehr Bargeld in ihren Kassen hatten, als der Käufer bezahlen musste. Auch sei ein Blick auf die Zielrichtung von Investoren gerichtet: Natürlich gibt es Investoren, welche ihre Verantwortung gegenüber den Firmen und MitarbeiterInnen, welche sie übernehmen, ernst nehmen. Diese sind jedoch selten. Bei vielen so genannten Investoren steht der kurzfristig zu erzielende Gewinn im Vordergrund, also die kurzfristige und möglichst hohe Vermehrung des eigenen Vermögens. Was übrig bleibt, sind Ruinen.“
Aus einem Kommentar von Ernst Schliemann, des Urgroßneffen Heinrich Schliemanns, des „Troja-Ausgräbers“ und Ehrenbürgers von Athen: Bitte Überschrift anklicken.

Sonntag, 16. August 2015
Wir sind Gewinner der Griechenland-Krise

Konstantin Wecker kommentiert:
Liebe Freunde, die Bundesregierung hat sich wohl in den Verhandlungen mit Griechenland die Übernahme der regionalen Flughäfen durch das deutsche Staatsunternehmen Fraport extra absichern lassen. Noch irgendwelche Fragen, um was es unseren Regierenden bei dieser zielgerichteten Erpressung ging?
Der zuständige griechische Infrastrukturminister Christos Spirtzis erklärte unlängst gegenüber der ARD: „Bei dieser Privatisierung soll der griechische Staat 14 gewinnbringende Flughäfen verkaufen, und die anderen 30 Flughäfen, die keinen Gewinn machen und subventioniert werden müssen, bleiben beim griechischen Staat.“ Dies sei „ein Modell, das so noch nirgendwo in Europa angewandt wurde. Das passt eher zu einer Kolonie als zu einem EU-Mitgliedsland“ (nd). Schon im Sommer letzten Jahres machte sich Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in Brüssel bei der EU-Kommission für die Fortsetzung des Verkaufs an Fraport stark. Das Bundesland ist mit über 31 Prozent Großaktionär an dem Konzern. Es geht um deutsche Wirtschaftsinteressen am griechischen Tourismus. Die einzige Einnahmequelle, die dieses finanziell so gebeutelte Land vielleicht noch hat, soll von deutschen nimmersatten, gierigen Aasgeiern auch noch angezapft werden. Ach was heißt angezapft. Ausgenommen, ausgesaugt. Wir Steuerzahler zahlen die Schulden der Griechen, so wird es uns seit Jahren eingebläut - aber: Die deutschen Steuerzahler sind einer neuen Studie zufolge selbst bei einem kompletten Ausfall der griechischen Schulden Gewinner der Griechenland-Krise (Wirtschaftswoche). Von 2010 bis heute habe der deutsche Fiskus wegen der durch die Krise gesunkenen Zinslasten mehr als 100 Milliarden Euro gespart, heißt es in der am Montag veröffentlichten Untersuchung des Instituts für Wirtschaftsforschung (IWH) in Halle. „Diese Einsparungen übertreffen die Kosten der Krise - selbst dann, wenn Griechenland seine Schulden komplett nicht bedienen würde“, heißt es in einer Mitteilung des Leibniz-Instituts. „Deutschland hat also in jedem Fall von der Griechenlandkrise profitiert.“
So jubelte folgerichtig neulich das Vierbuchstabenblatt, man habe doch schon vor Jahren geschrieben, die „Pleitegriechen“ sollten endlich ihre Inseln verkaufen. An wen wohl? Natürlich an das eine Prozent der Menschen, die so viel besitzen wie 99 Prozent der gesamten Menschheit ...
Quelle: http://www.wecker.de/de/weckers-welt/item/638-Es-geht-um-deutsche-Wirtschaftsinteressen-am-griechischen-Tourismus.html

Dienstag, 11. August 2015
„Vielleicht kann Syriza zu seinen Prinzipien zurückkehren“

Aus einem Interview mit dem Ökonomen und Abgeordneten Costas Lapavitsas über das geplante Gegenprogramm der innerparteilichen Syriza-Opposition, die Gefahr der Spaltung und den "Grexit": » Wirklich wichtig ist, ob es möglich ist, die Dynamik beizubehalten, die von dem starken “Nein” im Referendum am 5. Juli ausging. Dieses Land braucht dringend eine breite Front, die diesem “Nein” eine politische Stimme gibt, nun, da die Syriza-Führung das Nein in ein Ja verwandelt hat. Damit das passiert, brauchen wir ein neues und Alternativprogramm für Griechenland, das den Leuten Hoffnung gibt. Und daran arbeiten wir … Wir, die wir mit “Nein” gestimmt haben, arbeiten an einem politischen Programm, das das “Nein” in eine entschiedene politische Stimme für die kommende Periode verwandelt. Wir brauchen ein Wirtschaftsprogramm, das ein Gegenmodell zum Bail-out bietet und wir hoffen, bald einige Dokumente veröffentlichen zu können. Es wird Schuldabschreibungen beinhalten, eine Aufhebung der Austeritätsmaßnahmen, Bankenverstaatlichung, eine Strategie für öffentliche Investitionen statt mehr Privatisierungen und eine Restrukturierung des Staates. Es gibt kaum Zweifel daran, dass Griechenland keine Zukunft im Euro hat. Jeder vernünftige Ökonom wird Ihnen sagen, dass es extrem schwierig für Griechenland wird, sich innerhalb der Euro-Zone zu erholen. Also ja, das alternative Programm kann nicht umgesetzt werden, so lange Griechenland Teil der Währungsunion bleibt … wenn ein weiteres Bail-Out-Paket wirklich beschlossen wird, dann hat unser Land keinerlei Zukunft mehr. Dieses Programm bietet der Wirtschaft keinerlei Erholungsmöglichkeit, keine Schuldenerleichterung, keine größere Liquiditätszufuhr. Stattdessen bürdet es einer bereits schwachen Wirtschaft noch mehr Steuern auf. Das ist lächerliche Wirtschaftspolitik, anders kann man es nicht beschreiben … Das Programm durchzusetzen, ist ein Selbstmord für die Partei und das Land. Es wird also noch sehr viel mehr Widerstand geben und das macht mich optimistisch. Vielleicht kann Syriza zu seinen Prinzipien zurückkehren. Ich und viele andere werden bis zum Schluss dafür kämpfen. «
Quelle und das ganze Interview: Bitte Überschrift anklicken.

Montag, 10. August 2015
Deutschland spart durch Griechenland-Krise Milliarden

» Deutschland gehört laut einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle zu den größte Profiteuren der griechischen Finanzkrise. Nach Berechnungen des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle ergeben sich für den deutschen Staatshaushalt seit 2010 Einsparungen von rund 100 Milliarden Euro, die sich zumindest zum Teil direkt auf die Krise zurückführen ließen. Dies übertreffe den deutschen Anteil an den Rettungspaketen - selbst dann, wenn Griechenland seine Schulden nicht bedienen würde. Die Forscher des IWH erklären den Effekt vor allem durch gesunkene Zinsen auf deutsche Staatsanleihen, die als sichere Geldanlage stark nachgefragt seien. «
Meldung des „Deutschlandfunks“: Bitte Überschrift anklicken.
Die Studie: www.iwh-halle.de/d/publik/presse/30-15.pdf

Samstag, 8. August 2015
Der Währungsfonds offenbart Eigensinn

„Niemals kann Griechenland eine Schuldenlast von absehbar 200 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung tragen, schon gar nicht nach den seit 2010 von der Troika verordneten Aderlässen. So hört der Internationale Währungsfonds (IWF) auf den Rat seiner Ökonomen und besteht auf einem Schuldenschnitt. Das ist pikant, immerhin hat Angela Merkel den IWF ins Boot geholt. Die Sparkommissare aus Washington sollten schlaffen Europäern auf die Finger schauen. Ohne den IWF kein drittes Hilfsprogramm für Athen, sagt Merkel. Nur leider spielt der IWF nicht mehr so mit, wie die Kanzlerin das wünscht. Er will nur dann Verhandlungspartner bleiben, sollten sich die übrigen Gläubiger beim Thema Schuldenschnitt bewegen. Das hieße, entweder Schuldenerlass um 50 Prozent (und mehr) oder Moratorium, um die Verbindlichkeiten für 25 Jahre oder länger einzufrieren, bis die griechische Wirtschaft so weit erholt ist, dass sie Zins und Tilgung schultern kann. Woher kommt der Sinneswandel beim IWF? Man wusste es von Anfang an besser und hätte sich niemals auf die deutschen Spardogmen einlassen dürfen. Der IWF wusste seit den 90er Jahren, dass eine Schulden- oder Haftungsübernahme durch Dritte schnell und gründlich über die Bühne gehen muss.“
Quelle und Bericht: Bitte Überschrift anklicken.

Montag, 3. August 2015
Mikis Theodorakis: Das Lied der Lieder

Aus dem großen Konzert in Athen zum 90. Geburtstag von Mikis Theodorakis. Eleni Vitali, Lina Orfanos und Konstantin Wecker (Athen, 29.7.2015).
Mikis Theodorakis, "Das Lied der Lieder": Bitte Überschrift anklicken.

Freitag, 31. Juli 2015
Postdemokratische Einschläferung der Öffentlichkeit

Zwei entlarvende Artikel deutscher Professoren zum Debakel deutscher und europäischer Griechenland-Politik: „Nicht Banken, sondern Bürger müssen über Europa entscheiden, das fordert der berühmte Philosoph Jürgen Habermas. Angela Merkel habe die Krise mitverursacht. Der Kanzlerin seien die Anlegerinteressen wichtiger als die Sanierung der griechischen Wirtschaft.“ / "Zur postdemokratischen Einschläferung der Öffentlichkeit trägt auch der Gestaltwandel der Presse zu einem betreuenden Journalismus bei, der sich Arm in Arm mit der politischen Klasse um das Wohlbefinden von Kunden kümmert." - Jürgen Habermas: Bitte Überschrift anklicken.
„Wir erleben die innere Kolonialisierung Europas: Die Regierung in Athen wird entmündigt und die griechische Gesellschaft nach marktradikaler Ideologie umgestaltet.“ - Von Stephan Lessenich: www.sueddeutsche.de/kultur/zorneines-soziologen-mexikaner-europas-1.2582666

Donnerstag, 30. Juli 2015
Der griechische Komponist Mikis Theodorakis wird 90

„Wie schön wäre die Welt ohne uns Menschen … Alles würde atmen, die Pflanzen und die Tiere würden atmen. Nun, ich werde bald nicht mehr da sein. Sie schon. Sie werden noch leben. Und Sie werden zurechtkommen müssen mit dem Chaos. Wo sollen wir Hoffnung hernehmen? Man raubt sie uns ja jeden Tag. Ich bin täglich umgeben vom Chaos. Und doch … plötzlich, völlig unerwartet, fällt mir eine Melodie ein. Ein Wunder. Jeder Mensch hat Harmonie in sich, er will sie, und er braucht sie. Wir könnten eine harmonische Welt werden, wir müssten sie nur wollen. Ich spreche hier nicht von politischen Manifesten, sondern von dem, was machbar ist, was Wirklichkeit sein kann. Wir dürfen dem Chaos einfach nicht erlauben, sich bei uns einzunisten.“
Eines seiner schönsten Lieder aus dem „Concert in Herodium Theater 2002“: Bitte Überschrift anklicken.

Mittwoch, 29. Juli 2015
"Diese Austeritätspolitik tötet"

Athanassios Giannis über die humanitäre Lage in Griechenland und dafür verantwortliche Schreibtischtäter: »Mehr als drei der insgesamt rund 11 Millionen Griechen sind momentan ohne Krankenversicherung und also ohne Zugang zu medizinischen Leistungen und Medikamenten. 3,8 Millionen Griechen leben an der Armutsgrenze mit rund 430 Euro pro Monat und weitere 2,5 Millionen unterhalb derselben. Letztere versuchen mit durchschnittlich 230 Euro pro Monat zu leben und überleben. Das bedeutet: Rund 60 Prozent der griechischen Bevölkerung leben in Armut oder an der Grenze derselben.
Zudem haben um die 10.000 Menschen in den vergangenen fünf Jahren Selbstmord begangen ... Kinder in Griechenland hungern. 7 Prozent von diesen leben in Familien ohne Elektrizität; früher waren es 3 Prozent. Eltern geben ihre Kinder inzwischen an öffentliche Einrichtungen, damit diese überhaupt noch etwas zu essen bekommen … irgendwann wird die Troika weg sein und hoffentlich nimmt sie unsere Oligarchen dann mit. Das wäre die größte Hilfe und das größte Geschenk was uns passieren könnte. Die Griechen waren und sind tüchtige und arbeitsame Leute, sie werden die Zukunft meistern; nur die Bedingungen, dass dies möglich wird, werden noch zu schaffen sein. «
Prof. Dr. Athanassios Giannis ist Chemiker und Arzt. Seit 2002 ist er C4-Professor für Organische Chemie und Naturstoffchemie an der Universität Leipzig. Er ist zweifacher Ehrendoktor der Universität Patras und gehört auch dem Hochschulrat dieser Universität an.
Quelle und das ganze Interview: Bitte Überschrift anklicken.

"Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten." - Bertolt Brecht

Mittwoch, 29. Juli 2015
Über Talkshows-Einseitigkeit

Talkshow-Kritik: Völlige Einseitigkeit und ein nationaler Wir-Diskurs
Medienwissenschaftler Matthias Thiele über die Talkshows zur Griechenlandkrise. Gleichklang, hoch problematische Sprachbilder, anstelle von Unparteilichkeit ein Schulterschluss mit Gästen und Titel, in denen eine imaginäre Bedrohung zum Vorschein kommt: Die Medienwissenschaftler Matthias Thiele und Rainer Vowe haben die großen politischen Talkshows im deutschen Fernsehen zum Thema Griechenland analysiert und dabei gewaltige Schlagseiten festgestellt, die dem Selbstverständnis dieser Formate nicht gerecht werden. Im Interview mit Telepolis stellt Thiele die Analyseergebnisse vor.
Quelle: Bitte Überschrift anklicken.

Dienstag, 28. Juli 2015
Grexit verhindert, Europa verspielt?

"So tief wie dieser Tage hat die Eurozone noch nie in den Abgrund geblickt. Erstmals in seiner Geschichte drohte dem Währungsverbund der Verlust eines Mitglieds. Die Nacht vom 12. auf den 13. Juli, als in Brüssel Griechenlands Ausscheiden verhindert werden konnte, verdient daher ohne Zweifel das Attribut historisch – ebenso wie der 5. Juli, der Tag des griechischen Referendums. In den sieben Tagen dazwischen wurde aus einem lautstarken Nein zur Austerität ein kleinlautes Ja und damit der Verbleib Griechenlands in der Eurogemeinschaft … Kaum zu ermessen ist bei alledem der bleibende Schaden für die EU. Denn Griechenland hat eine Botschaft empfangen, die nachhallen wird: Gebt klein bei oder geht. Diese deutsche Härte hat den tiefsitzenden Konflikt zwischen Nord- und Südeuropa weiter verschärft. In der Abwendung des Grexit standen Rom und Paris vereint gegen Berlin. Und während Merkel zuhause eine Mehrheit hinter sich weiß, wünschen 75 Prozent der Franzosen eine Alternative zur Austerität. Die einen sehen ihrem Land eine ungerechte Wirtschaftspolitik aufgenötigt, den anderen kostet das vereinte Europa längst zu viel. Letzteres erklärt sowohl die Unnachgiebigkeit Helsinkis gegenüber Athen als auch die Stimmung in den Niederlanden, wo inzwischen 60 Prozent den Euro aufgeben wollen. Solange dieser Grundkonflikt nicht wirklich gelöst, sondern immer nur vertagt wird, müssen die Fliehkräfte innerhalb der Union stetig stärker werden. Wer glaubt, der Kurs Merkels und Schäubles könne sie einfangen, der erliegt bloßen Illusionen."
Eine glasklare Analyse der Geschehnisse und ihrer Folgen von Steffen Vogel: Bitte Überschrift anklicken.

Montag, 27. Juli 2015
Exit aus Europa?

Welches Land als Nächstes? » Das deutsche Krisendiktat gegenüber Hellas läutet eine dunkle Ära autoritärer Krisenverwaltung in einem erodierenden Europa ein. Was ist der Unterschied zwischen der Mafia und der gegenwärtigen europäischen Führung? Die Mafia macht dir ein Angebot, das du nicht ausschlagen kannst. Die Führer der Europäischen Union machen dir ein Angebot, das du weder ausschlagen noch annehmen kannst, ohne dicht dabei selbst zu vernichten. Es war die Irish Times, die am treffendsten die sadistische Logik des deutschen Diktats charakterisierte, der sich Griechenlands Linksregierung während des berüchtigten Brüsseler Krisengipfels in den Morgenstunden des 13. Juli beugen musste. Die sozioökonomische Vernichtung und Demütigung Griechenlands war das eigentliche Ziel, das Merkel und Schäuble verfolgten. Sollte Syriza tatsächlich versuchen, dies extremistische Kahlschlagprogramm umzusetzen, mit dem Berlin Hellas in eine Art ökonomisches Protektorat verwandelte, wird die griechische Volkswirtschaft noch weiter abstürzen, ohne dass eine Aussicht auf Besserung bestünde. Dies wäre auch durch einen - von Schäuble offensichtlich favorisierten - Grexit erreicht worden, bei dem Hellas mittels tätiger Mithilfe der Bundesregierung auf den Status eines Dritte-Welt-Landes abgesunken wäre. Ein anderes als ein katastrophales Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone kann Berlin gar nicht zulassen, da sonst andere krisengeplagte Eurostaaten versucht wären, einen ähnlichen Weg einzuschlagen. Die Washington Post etwa warnte vor der Rückkehr des "grausamen Deutschen" … das US-Hauptstadtblatt zitierte in dem Bericht den französischen Figaro …: Es sind Bedingungen einem kleinen Mitgliedsland aufgezwungen worden, die früher nur durch Waffengewalt durchgesetzt werden konnten. Der Britische Guardian bemerkte, das Berliner Diktat sei "grausam um der Grausamkeit willen." Sowohl die US-Newssite Bloomberg als auch der britische The Telegraph veröffentlichten Leitartikel, in denen die BRD aufgefordert wurde, aus der Eurozone auszutreten. Die konservative Zeitschrift Forbes warnte, dass der deutsche Sparsadismus gegenüber Hellas im Endeffekt einen Kriegsgrund darstelle. The Telegraph bezeichnete Griechenland als ein "okkupiertes Land", in dem grundsätzliche demokratische Spielregeln ausgehebelt werden. Die bekannte US-Newssite Foreign Policy verglich die Bundesregierung mit einem Bulldozer, der Athen erobert und der "Werte wie Demokratie und nationale Souveränität zertrampelt" habe, um einen "Vasallenstaat" zu errichten. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis Deutschland weitere Opfer in dem "monströsen, undemokratischen" Schuldenturm, zu dem Europa verkommen sei, finden werde: Welches Land wird als Nächstes drankommen? Die Zeit fasste die vernichtende Kritik aus Frankreich an dem deutschen Va-banque-Spiel in Brüssel zusammen. «
Eine umfassende Analyse: www.heise.de/tp/artikel/45/45524/1.html
Der Artikel in der „Zeit“ vom 16.7.15: www.zeit.de/politik/ausland/2015-07/frankreich-griechenland-kompromiss-wolfgang-schaeuble-kritik
Exit? Aus einem Artikel von Yanis Varoufakis: „Griechenland hat den Euro – eine ausländische Währung, die vollständig von einem Gläubiger wie der EZB verwaltet wird. Und die ist nicht bereit, unsere untragbare Schuldenlast umzuschulden … Unsere Gläubiger verweigern sich weiter jedweder Umschuldung und bestehen darauf, dass unsere unbezahlbaren Schulden „parametrisch“ von den Schwächsten der griechischen Bevölkerung, von deren Kindern und Kindeskindern bezahlt werden … Nach monatelangen Verhandlungen bin ich sicher, dass der deutsche Finanzminister Griechenland aus dem Euro drängen will, um Frankreich das Fürchten zu lehren und besonders die Franzosen zu zwingen, sein Modell einer von Zuchtmeistern beherrschten Eurozone zu akzeptieren … Um den Euro zu verlassen, müssten wir eine neue Währung quasi aus dem Nichts erschaffen. Im besetzten Irak dauerte die Einführung eines neuen Papiergeldes nach der US-Intervention im Frühjahr 2003 fast ein Jahr, erforderte an die 20 Boeing 747, die Mobilisierung der US-Armee, drei Druckereien und Hunderte von Lkw. Ohne diesen Zeitrahmen und einen vergleichbaren Aufwand wäre ein Grexit ein sicheres Rezept, Griechenlands gesamten Kapitalstock zu liquidieren oder ihn mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ins Ausland zu transferieren.“
Quelle und der ganze Artikel: Bitte Überschrift anklicken.

Freitag, 24. Juli 2015
Doppelzüngig

Was Deutschlands Politiker von Griechenland fordern. Ob höhere Steuern auf Agrardiesel oder verkaufsoffene Sonntage: Die Forderungen an die griechische Regierung gingen in den letzten Wochen sehr ins Detail. Erstaunlich nur: Was deutsche Politiker von Griechenland so vehement einfordern, lehnen sie im eigenen Land entschieden ab. Mit den gleichen Argumenten wie die von ihnen kritisierte griechische Regierung.
Bericht und Video: www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/was-deutschlands-politiker-von-griechenland-fordern-100.html
Griechische Regierung übt heftige Kritik am Privatisierungs-Deal mit Fraport.
Die griechische Regierung übt heftige Kritik an der geplanten Privatisierung von 14 Flughäfen, für die die Frankfurter Fraport AG bereits unter der Vorgänger-Regierung den Zuschlag erhalten hat. Unter den Flughäfen befinden sich die beliebtesten Touristenziele des Landes. Infrastrukturminister Christos Spirtzis: „Bei dieser Privatisierung soll der griechische Staat 14 gewinnbringende Flughäfen verkaufen, und die anderen 30 Flughäfen, die keinen Gewinn machen und subventioniert werden müssen, bleiben beim griechischen Staat. Das ist ein Modell, das so noch nirgendwo in Europa angewandt wurde. Das passt eher zu einer Kolonie als zu einem EU-Mitgliedsland.“
Bericht und Video: www1.wdr.de/daserste/monitor/extras/monitorpresse-fraport-100.html
Zur Monitor-Webseite bitte Überschrift anklicken.

Freitag, 24. Juli 2015
Grexit mit Euros?

» Yanis Varoufakis, der sich dem ersten Teil der Maßnahmen verweigert hatte, stimmte diesmal mit Ja. Vorher hatte er keine Gelegenheit ausgelassen zu betonen, dass das gesamte Sparprogramm zum Scheitern verurteilt sei. Nicht einmal Gott könne dies zu einem Gelingen bringen, betonte er: "Gott macht keine Fehler. Daher könnte man ihm nichts anlasten." Sein Ja begründete der Finanzexperte mit der Freundschaft zu Finanzminister Euklid Tsakalotos und mit seinem Ringen für die Einheit von SYRIZA … Die Wirtschaft bricht komplett zusammen, zumal bereits jetzt 10.000 Container im Hafen von Piräus feststecken. Die bestellte Ware kann von den griechischen Unternehmern nicht abgeholt werden, weil sei wegen der Kapitalkontrollen nicht zahlen können. «
Neuer Lagebericht aus Athen: Bitte Überschrift anklicken.

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